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Die Passwort-Entropie misst den informationstheoretischen Grad an Unvorhersehbarkeit eines Schlüssels, angegeben in Bits. Jedes zusätzliche Bit verdoppelt den Rechenaufwand, den ein Angreifer bei einer erschöpfenden Brute-Force-Suche aufwenden muss.
Die Formel für die Shannon-Entropie lautet E = L × log2(R), wobei L die Zeichenlänge und R die Mächtigkeit des Zeichenvorrats darstellt. Ein druckbarer ASCII-Satz aus Kleinbuchstaben (26), Großbuchstaben (26), Zahlen (10) und Sonderzeichen (32) ergibt R = 94. Wie in example-1 dargestellt, erzielt ein 16-Zeichen-Passwort aus einem 94-Zeichen-Vorrat 104,9 Bits Entropie (Sehr Stark) und widersteht selbst massiven Supercomputer-Clustern dauerhaft.
Da die Entropie linear mit der Länge, jedoch nur logarithmisch mit dem Zeichenvorrat wächst, erhöht jedes zusätzliche Zeichen die Sicherheit deutlich stärker als das bloße Ersetzen von Buchstaben durch Zahlen in kurzen Wörtern.
In example-2 bietet ein 12-Zeichen-alphanumerisches Passwort (62 Zeichen) solide 71,5 Bits Entropie (Stark). Im Gegensatz dazu veranschaulicht example-3, dass ein 8-Zeichen-Passwort aus Kleinbuchstaben lediglich 37,6 Bits Entropie aufweist und als Schwach gegenüber modernen GPU-Clustern einzustufen ist, die Milliarden Passwörter pro Sekunde testen.
Sicherheitsbehörden wie das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) und das NIST (SP 800-63B) raten von erzwungenen turnusmäßigen Wechseln ab und fordern stattdessen ausreichend lange, einzigartige Passwörter. Für Master-Passphrasen empfiehlt sich eine Länge ab 15 Zeichen; für einzelne Konten sollten generierte Passwörter mit 16 oder mehr Stellen in einem Passwort-Manager hinterlegt werden.
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